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Forum

Organspende zweifelhaft ?
Ruth Nickel
07.01.2014 09:41

Hallo Forum,

Durch die letzten Skandale bin ich mir nicht mehr sicher, ob meine Organe mal nicht an den Meistbietenden vergeben werden.

Habe daher meinen Spendeausweis geschreddert.

RN


10.01.2014 23:52

Hallo Ruth,

ich stimme Dir zu, ich bin auch verunsichert, aber vielleicht ist es doch eher so, dass die Medien übertreiben. Ich schätze Du bist vor allem wegen dem Göttinger Transplant-Artzt und Seinesgleichen empört oder?

Gruß aus München,

Hugo


Ruth Nickel
11.01.2014 00:42

Hugo,

es war ja scheinbar nicht nur Göttingen. Aber das ist nicht der Punkt. Für mich ist es das Vertrauen, das misbraucht wurde und hierbei ist es unerheblich, wer oder wie oft, sondern dass es stattfand.

Da kann ich doch gleich meine Organe zugunsten meiner Angehörigen meistbietend verkaufen. Da aber meines Wissens Organhandel verboten ist, die vorgesehenen Zuteilungsprozesse aber manipuliert werden können, dann lieber doch nicht.

RN


Susanne Ferchow
19.01.2014 15:44

Hallo,

ich besitze schon sehr lange einen Organspendeausweis und habe ihn trotz der leider immer wieder auftauchenden negativen Meldungen über Missbrauch beim Organhandel beibehalten.

Ich bin der Meinung, dass man seine Organe nach dem Tod nicht mehr braucht und zudem anderen damit helfen kann. Ich würde mir sogar wünschen, das ich damit ggfls. jemanden wirklich weiterhelfen könnte, denn nur die wenigsten Organspender kommen letzten Endes auch als solche tatsächlich in Frage und das macht es erforderlich, dass möglichst viele sich hierzu bereit erklären.

Bedenken habe ich nicht darüber, wie evt. mit meinen Organen gehandelt werden würde - denn ggfls. wird es schon jemanden nützen - sondern eher, dass durch den Ausweis die Ärzte eventuell zu schnell handeln könnten.

Susanne


Jörg Blume
21.01.2014 21:25

Liebe Schreiber der Forumsbeiträge,
einige grundsätzliche Statements zu Ihrem Dialog als Arzt und Mitbetreiber dieses Netzwerkes:
-die Medizin ist von Menschen für Menschen gemacht und somit auch immer wieder menschlichen Schwächen und Problemen unterworfen- hierzu gehören auch Habgier,  Neid und Sucht nach Anerkennung. Daher wird es immer wieder Skandale in der Medizin geben!
Die Medizin benötigt aber eine sehr hohe ethische Messlatte, an der sie gemessen werden soll und muss.
- Nach dem bisherigen Kenntnisstand wurden bei den Manipulationen keine direkt finanziellen Interessen verfolgt.
Eine höhere Anzahl an Transplantationen steigert zwar das Ansehen der eigenen Klinik und Abteilung, sichert somit auch Stellen und Positionen von Ärzten und Pflegepersonal, nutzt aber keiner Einzelperson direkt finanziell. Auch der angeklagte Oberarzt, der erst in Regensburg und später auch in Göttingen "Urheber" des Skandals sein soll, konnte sich so nicht direkt finanziell bereichern. Dies rechtfertigt aber in keinster Weise sein Vorgehen!
- Ein direktes Verkaufen von Organen im Sinne eines Organhandels existiert als perverser Auswuchs einer Transplantationsmedizin. Jedoch ist die Nachfrage erst dann gegeben, wenn verzweifelte Patienten wegen Organknappheit einen illegalen Weg glauben beschreiten zu müssen.
D.h. wer gegen illegale Praktiken ist, muss sich, mit einem gewissen Vorschuss an Vertrauen, in das legale System der Organtransplantation begeben und einen Organspenderausweis ausfüllen und bei sich tragen. Nur so kann die Nachfrage nach Organhandel reduziert werden!
- Die Zuteilungsprozesse und die Überwachung des gesamten Systems wurden und werden nach jedem Skandal besser- auch hier müssen wir auf Ärzte, Standesorganisationen und den Gesetzgeber vertrauen.
- Gibt es nicht auch immer wieder lebensgefährliche Skandale im Rahmen z.B. der Lebensmittel- und Autoindustrie? Wollen wir deshalb auf Nahrung und Mobilität verzichten?
Oder, wollen wir durch höhere Anforderungen an Produzenten, eine bessere Überwachung von Produktionsverfahren und "wasserdichtere" Gesetze verbesserte Produkte erwarten?

 

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Ihr Support
22.09.2014 09:42

Sehr geehrtes Forum,

weiterführende Informationen finden Sie auch unter Wissenswertes/Organspende.

Ihr Support

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