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Friedhof 2.0 war gestern
Anne Schmid
06.01.2016 11:39

Liebe Leser,

Friedhöfe haben das Image ein Ort der Ruhe, Besinnung, Erinnerung und Trauer zu sein. Ein Ort, der regelmäßig aufgesucht wird um in Stille und bei angemessener Trauerkultur der Toten zu gedenken. Doch das wird so nicht bleiben. Wie bei der Software-Entwicklung werden in den Medien und somit im Internet die Friedhöfe mit Versionsständen klassifiziert:

Friedhof 1.0 ist der klassische Friedhof. Die Friedhofsverwaltung legt Wert auf Traditionen und setzt Computer und digitale Informationsverarbeitung bestenfalls im administrativen Bereich ein. Das "Management der Toten" erfolgt oftmals auf Papier, schließlich existiert der Friedhof schon sehr lange.

Vor ein paar Jahren wurde der Friedhof als Internet-freie Zone entdeckt. Mit dem Ansatz, QR-Codes am Grab anzubringen oder im Grabstein einzufräsen, konnte man eine definierte Internet-Adresse aufrufen, wo sich digitale Informationen über den Verstorbenen befanden. Seit dem wird vom Friedhof 2.0 gesprochen.

Die Innovationzyklen in der Informationsverarbeitung sind jedoch kurz. Über Geodaten können inzwischen die Grabsteine zerstörungsfrei mit dem Internet verbunden werden, der Friedhof 3.0 ist geboren. Es entstehen keine Kosten mehr für die Herstellung der QR-Codes und tote Links ins Internet treten nicht mehr auf.

Friedhof 3.0 bedeutet aber nicht nur die Abwesenheit von QR-Codes und geographische Verortung der Grabstätten. Es geht vielmehr um die sinnvolle Anwendung digitaler Lösungen im Kontext einer gewünschten Friedhofs- und Trauerkultur. Denkbare Anwendungen - deren Sinn in manchen Fällen zu hinterfragen ist - sind beispielsweise:

   - Dreidimenisonale Abbildung der Friedhöfe
   - Digitale Abbilder der Verstorbenen ("Avatare")
   - Blumenservice ans Grab
   - Digitaler Friedhofsführer (z.B. die wichtigsten Persönlichkeiten der Stadt)
   - Grabsuche und Navigation zum Grab
   - Individuelle Zusammenstellung einer virtuellen Familiengruft
   - Ahnenforschung, Familienforschung
   - Genealogie

Selbstverständlich ist der "Friedhof 3.0" nicht das Ende der Entwicklung. Wenn Sie eine Vorstellung vom Friedhof 4.0 oder 5.0 haben, dann lassen Sie uns gemeinsam diesen Beitrag weiterschreiben.

Ihre

Anne Schmid


Ihr Support
27.02.2016 18:12

Vorschau auf die neue Funktionalität des Friedhof 3.0.

Friedhof 3.0


Anne Schmid
30.03.2016 08:26

Der Testaufruf für unsere Neuentwicklung Friedhof 3.0 war unerwartet erfolgreich. Am Interessantesten war der Vorschlag der Stadt Schweinfurt, den Friedhofsbesuchern über ihr Handy einen virtuellen Rundgang anzubieten, auf dem man über das Leben verstorbener Persönlichkeiten der Stadt informieren lassen kann. Wie so etwas aussehen kann, zeigt die Vorschau...

Virtueller Rundgang


Frauke Sommer
30.03.2016 10:34

Hallo liebes Thanato-Team,

erlauben Sie mir den Hinweis, dass Friedhöfe mehr sind als Ansammlungen von Gräbern. Ebenso wichtig ist meines Erachtens ihre geschichtliche und künsthistorische Bedeutung. Friedhöfe beherbergen neben Toten oft auch architektonische Objekte wie Kapellen oder Feierräume.

Möchte man die Friedhofskultur erfassen, so gehören diese Themen dazu.

Liebe Grüsse

Frauke


Anne Schmid
21.06.2016 06:28

Sehr geehrte Frau Sommer,

Vielen Dank für Ihren wertvollen Hinweis. Sehen Sie unter https://www.friedhofguide.de/virtueller_friedhof/Virtueller+Rundgang+auf+dem+Wiener+Zentralfriedhof nach, da finden Sie ein Beispiel, wie wir Ihre Idee umgesetzt haben.

Herzliche Grüsse

AS

Virtueller Friedhof Virtueller Friedhofsrundgang