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Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff und was dahinter steckt
01.01.2017

Der bisherige Pflegebedürftigkeitsbegriff wurde wegen der Notwendigkeit des Zählens von Pflegeminuten und der Schlechterstellung von Pflegebedürftigen mit kognitativen Problemen, wie im Falle von Alzheimer, als Problem erkannt. Dessen Reform war also dringend notwendig, da vor allem die Zahl der Demenzerkrankten in den nächsten Jahren stark steigen wird. 2050 werden in Deutschland bis zu drei Millionen Menschen an Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz leiden.

Auch wurde bisher der allgemeiner Betreuungsbedarf nicht und der Wunsch der Menschen nach Teilhabe nur unzureichend berücksichtigt. Das sollte sich ab dem 01.01.2017 mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff, der die vorhandenen kognitativen Fähigkeiten, aber auch die noch vorhandene Selbständigkeit, in den Mittelpunkt nimmt, ändern. Statt bisher drei Pflegestufen gibt es nun fünf Pflegegrade, wobei neuer Maßstab die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten in Punkten, abhängig vom personellen Unterstützungsbedarf, ist.

Die Überleitung von Pflegestufen auf Pflegegrade ab 1. Januar 2017 ist gesetzlich geregelt. Das passiert also automatisch - sozusagen über Nacht - und es muss keine Neubegutachtung durchgeführt werden.
◾Menschen mit körperlichen Einschränkungen werden automatisch in den im Vergleich zur bisherigen Pflegestufe nächst höheren Pflegegrad übergeleitet (sog. Stufensprung)
◾Menschen mit geistigen oder psychischen Einschränkungen werden automatisch in den übernächsten Pflegegrad überführt (sog. doppelter Stufensprung); das sind also überwiegend Pflegebedürftige, die bisher in eine Pflegestufe eingestuft waren und zusätzlich Leistungen wegen erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz bekamen.

Mehr zum Pflegerecht: http://www.anwaltskanzlei-wue.de/rechtsgebiete/pflegerecht/

Kontakt: richter@anwaltskanzlei-wue.de 0931/47085337
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