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Was Sie tun können, wenn Ihr Reha-Antrag abgelehnt wird!
21.08.2017


Schlaraffenland Deutschland für gesetzlich Krankenversicherte? Angeblich sollen mehr als Zehntausend verschiedene Leistungen jedem Kassenpatienten zustehen. Einige Leistungen sind an bestimmte Krankheitsbilder geknüpft, andere können erst ab einem bestimmten Alter in Anspruch genommen werden. Auf eine Kur etwa hat man in der Regelerst nach 15 Beitragsjahren Anspruch.

Arbeitnehmer können auch eine berufliche Rehabilitation beantragen und sich Weiterbildungsmaßnahmen finanzieren lassen, wenn die bisherige Arbeit krankheitsbedingt nicht mehr ausgeübt werden kann. Tumor-Reha-Patienten können eine onkologische Rehabilitation bei der Rentenversicherung beantragen. Schlaganfallpatienten haben sogar Anspruch auf eine neurologische Rehabilitation, unter anderem mit Logopäden und Krankengymnasten.Sie ärgern sich darüber, dass Ihr Vorsorge- oder Reha-Antrag trotz einer chronischen Krankheiten, wie Polyarthritis, nach einem Schlaganfall oder einer Operation abgelehnt wurde?

Viele Menschen sind auf Rehabilitationsmaßnahmen angewiesen: Für Kranke im erwerbsfähigen Alter ist die Rentenversicherung als Kostenträger für Rehabilitationsmaßnahmen zuständig, für Kinder, Jugendliche und Rentner die Krankenkassen. Durch das neue Rentengesetz sind Rehas für Kinder und Jugendliche für mindestens vier Wochen zusammen mit einer Nachsorge übrigens zu einer Pflichtleistung der Deutschen Rentenversicherung geworden. Dennoch werden über 20 % der Reha-Anträge abgelehnt. Rechtsanwalt Christopher Richter, LL.M.Eur. stellt Ihnen in diesem Beitrag die fünf häufigsten Ablehnungsgründe vor und erklärt Ihnen, wie Sie sich richtig wehren.

Ablehnungsgrund: „Eine ambulante Behandlung ist ausreichend“



Manchmal sieht die Rentenversicherung ihre mögliche Erwerbsunfähigkeit oder drohende Erwerbsminderung zu Unrecht als nicht gegeben an. Oder sie behauptet es stünden genügend ambulante Therapiemöglichkeiten, wie Physiotherapeuten oder Psychotherapeuten an ihrem Wohnort zur Verfügung, so dass eine ambulante oder stationäre Reha-Maßnahme an einem „Kurort“ nicht erforderlich sei.

Rechtsanwalttipp: Gerade bei vielschichtigen Krankheitsbildern stoßen die ambulanten Versorgungsangebote oft an ihre Grenzen.Legen Sie in einem Widerspruch nachvollziehbar dar, dass die ambulanten Möglichkeiten am Wohnort bereits durch Sie ausgeschöpft wurden, nicht ausreiche oder deren Wahrnehmung Ihnen derzeit nicht möglich ist.

Ablehnungsgrund: Ihre Wartezeit seit der letzten Reha ist noch nicht verstrichen----1

Wenn Ihre letzte Reha weniger als vier Jahre her ist, wird der Reha-Antrag oft rasch mit dem Argument abgelehnt, dass keine medizinische Notwendigkeit für eine vorzeitige Rehabilitation vorliegt. Das ist in dieser Pauschalität nicht richtig.

Rechtsanwalttipp: Legen Sie Widerspruch ein und untermauern Sie Ihre Argumente mit Belegen und Befunden von Fachärzten, die zeigen dass ohne die Reha-Maßnahme eine erhebliche Verschlechterung ihrer momentanen gesundheitlichen Situation droht, die ihre Erwerbsfähigkeit in Frage stellt. Oder dass sogar zusätzliche Gesundheitsschädigungen drohen. Die Frist gilt auch nicht, wenn neue medizinische Komplikationen auftauchen, wie eine Implantation eines weiteren Kunstgelenkes im Knie oder einen Schlaganfall innerhalb der Vier-Jahres-Frist

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3. Ablehnungsgrund: Fehlende Rehafähigkeit



Wenn bei Ihnen eine akut stationäre Behandlung ansteht, wie eine Operation oder eine laufende Chemo- oder Strahlentherapie wird der Kostenträger die beantragte Rehamaßnahme schnell ablehnen. Manchmal behauptet er aber auch schlicht, dass die beantragte Rehabilitations-Maßnahme zu keiner Verbesserung ihres Gesundheitszustands führen wird oder die vorliegende Erkrankung keinen Einfluss auf ihre Erwerbsfähigkeit hat.

Rechtsanwalttipp: Durch das am 23. Juli 2015 aufgetretene Vorsorgestärkungsgesetz wurde das Wahlrecht der Versicherten im Bereich der medizinischen Rehabilitation verbessert, so dass diese jetzt auch zertifizierte Reha Einrichtungen wählen können, unabhängig von dem Umstand, ob der Kostenträger einen Versorgungsvertrag mit dieser Einrichtung geschlossen hat oder nicht.

Die richtige Reaktion auf zwei weitere Ablehnungsgründe lesen Sie hier: http://www.anwaltskanzlei-wue.de/2017/07/24/fuenf-gruende-warum-ihr-reha-antrag-abgelehnt-wird-und-wie-sie-doch-recht-bekommen/#more-588

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