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Todesfall - Abschied in 11 Schritten

Todesfall

Todesfall

Hinterbliebene stehen nach dem Tod eines geliebten Menschen oft unter Schock und sind gelähmt vor Schmerz und Trauer. Dennoch müssen die Hinterbliebene nach einem Todesfall viele Formalitäten beachten und Aufgaben erfüllen.

In Zusammenarbeit mit dem im Sozial- und Pflegerecht tätigen Rechtsanwalt Christopher Richter, LL.M.Eur.  wurden die vielleicht wichtigsten elf Schritte beschrieben, die Sie unbedingt einhalten sollten.

 

Schritt 1: Den Arzt verständigen

Stirbt Ihr Angehöriger zuhause, dann müssen sie sofort den Hausarzt informieren, damit dieser den Verstorbenen untersuchen, damit dieser Todeszeitpunkt und Todesursache feststellen kann und wichtige Dokumente , wie den Leichenschauschein oder die Todesbescheinigung ausstellt. Ist der Hausarzt nicht erreichbar, dann rufen Sie den ärztlichen Notdienst an (Tel. 116 117). Stirbt Ihr Angehörige im Krankenhaus oder im Pflegeheim übernimmt die jeweilige Einrichtung diesen Schritt.

 

Schritt 2: Wichtige Unterlagen zusammenstellen

Nach dem Tod sollte man als Angehöriger alle relevanten Dokumente und Unterlagen heraussuchen, die im Todesfall im Behörden- und Reichsverkehr benötigt werden. Der Verstorbene macht es seinen Angehörigen natürlich einfacher, wenn er bereits vor seinem Tod einen entsprechenden Ordner vorsorgend angelegt hat. In so einen Ordner gehören:

  • der Organspendeausweis
  • alle Verfügungen des Verstorbenen
  • Wünsche für die Bestattung
  • einen Vorsorgevertrag
  • Testamente
  • Geburtsurkunde
  • Heiratsurkunde

Soweit vorhanden werden Scheidungsurteile oder die Sterbeurkunde des Ehepartners, sowie die Versicherungsunterlagen, inklusive Versicherungskarte und Versicherungspolicen beigefügt.

Hierbei gibt es Anbieter, wie etwa die Vorsorgeplattform24.de, die Ihnen bei der Verwaltung dieser Unterlagen helfen, indem etwa die jeweils aktuelle Version der Vorsorgeregelungen Passwort geschützt gespeichert werden kann. Mittels einer Ident-Karte im Geldbeutel werden die Personen, die den Verstorbenen untersuchen, über die Verfügbarkeit dieser Dokumente und den genauen Hinterlegungsort informiert.

Unser Tipp: Vorsorgevollmachten, -verträge und Patientenverfügungen müssen schriftlich verfasst sein sowie hinreichend klar und bestimmt formuliert werden, damit sie im relevanten Zeitpunkt den Willen des Erklärenden umsetzen können. Umfassende Beratung können hier Notare oder darauf spezialisierte Rechtsanwälte, wie Rechtsanwalt Christopher Richter geben.

 

Schritt 3: Arbeitgeber und Versicherungen informieren

Sehr früh müssen Sie Versicherungen, den Arbeitgeber des Verstorbenen und weitere Angehörige über den Todesfall informieren. Hierbei unterstützt Sie auch das Angebot der VorsorgePlattform24.de, die nach der Online-Meldung eines Sterbefalls nach Überprüfung und Bestätigung sofort per Mail die zuvor festgelegten Angehörigen und Freude informiert. Aber auch den eigenen Arbeitgeber sollten die Eltern, Geschwistern und Kindern etc. informieren, weil viele Angestellte Anspruch auf einige Tage Sonderurlaub bei Todesfällen haben.

Im eigenen Interesse sollten sie rasch die vorhandenen Versicherungen in Kenntnis setzen, denn sonst kann es passieren, dass der Versicherungsanspruch verloren geht und die Versicherung die Auszahlung der Versicherungssumme verweigert. So müssen beispielsweise Lebensversicherung und Sterbegeldversicherung unverzüglich informiert werden, weil die sich oft vorbehalten, die Todesursache überprüfen zu lassen. Bei einem Unfalltod muss die Unfallversicherung innerhalb der ersten 48 Stunden informiert werden. Es gibt zwar auch Versicherungen, die man nicht sofort nach dem Tod informieren muss, sondern man hat einige Tage Zeit, ähnlich wie bei der gesetzliche oder privaten Kranken- oder Pflegeversicherung.

Andere Versicherungen wie die Haftpflichtversicherung enden automatisch mit dem Todeszeitpunkt. Aber auch hier sollten Sie die Versicherungen rasch informieren, da viele Versicherungen die Beiträge ab dem Zeitpunkt, ab dem sie von dem Todesfall erfahren, zurückerstatten.

 

Schritt 4: Bestatter beauftragen

Die Totenfürsorge haben in der Regel der Ehegatte, die volljährigen Kinder oder die Eltern des Verstorbenen. Manche legen auch schon vor dem Tod fest, wer die Totenfürsorge übernehmen soll. Dieser Wille ist dann für die Hinterbliebenen bindend. Hatte der Verstorbene vor seinen Tod einen Betreuer, ist dieser nicht (!) für die Bestattung verantwortlich, weil die Betreuung mit dem Tod des Betreuten automatisch endet.

Die Kosten einer Bestattung muss übrigens der Erbe tragen, der nicht immer mit dem Bestattungspflichtigen identisch sein muss.

Zur Totenfürsorge gehört die Wahl eines Bestattungsunternehmens, die Entscheidung über die Art und den Ort der Beerdigung und die Wahl der letzten Ruhestätte. Hier bietet die VorsorgePlattform24.de ihren Mitgliedern die Möglichkeit noch zu Lebzeiten ihre Wünsche festzulegen und bereits das beisetzende Bestattungsunternehmen, Trauerredner, den Steinmetz etc. zu wählen. Da die Angehörigen die Pflicht haben zeitnah sicherzustellen, dass der Verstorbene innerhalb der gesetzlichen Frist - die von Bundesland zu Bundesland variiert – den Verstorbenen ordnungsgemäß zu bestatten, ist Eile geboten. „Nach § 19 BestV sind dies in Bayern etwa nur 98 Stunden“ erklärt Rechtsanwalt Christopher Richter. Das Überschreiten kann als Ordnungswidrigkeit mit Geldstrafe bestraft werden. Der Service der VorsorgePlattform24.de kann Ihnen hier helfen wichtige Zeit sparen.

 

Schritt 5: Die Sterbeurkunde beantragen

Die Sterbeurkunde ist innerhalb von drei Tagen beim zuständigen Standesamt nach dem Todesfall zu beantragen. Sie braucht man bei verschiedenen Stellen, wie Banken oder Behörden, wenn keine über den Tod hinaus geltende Vorsorgevollmacht vorhanden ist. Deshalb sollte man sich von der Sterbeurkunde mehrere Ausfertigungen erstellen lassen. Um die Sterbeurkunde beantragen zu können, benötigt man die Unterlagen zu 1. und den Personalausweis des Verstorbenen.

 

Schritt 6: Zimmer im Pflege- oder Seniorenheim räumen

Lebte der Angehörige vor seinem Tod in einem Pflegeheim, muss sein Zimmer innerhalb von wenigen Tagen geräumt werden. Wie viel Zeit man als Angehöriger genau hat, ergibt sich aus dem Vertrag mit dem Pflegeheim und kann mit der Pflegeheimleitung besprochen werden. Der Heimvertrag endet automatisch mit dem Tod des Bewohners, so dass eine bereits bezahlte Monatsrate oft anteilig zurückerstattet wird, wenn das Zimmer vollständig geräumt wird.

 

Schritt 7: Testament beim Nachlassgericht abgeben.

Es besteht nach § 2259 I BGB die gesetzliche Pflicht, das Testament eines Verstorbenen unverzüglich beim Nachlassgericht abzuliefern, also in der Regel innerhalb maximal 14 Tage. Gibt man das Testament nicht beim Nachlassgericht ab, sondern behält es, macht man sich ggf. strafbar wegen Urkundenunterdrückung, für die man eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe erhalten kann, und Unterschlagung. Erbrechtlich kann man durch die Unterschlagung des Testaments auch erbunwürdig werden und dann das Erbe verlieren.

Das Nachlassgericht setzt dann einen Termin zur Testamentseröffnung fest und informiert die Erben. Als Erbe kann man beim Nachlassgericht zudem einen Erbschein beantragen. Der Erbschein ist ein offizieller Nachweis, dass man der rechtmäßige Erbe ist. Die Kosten für einen Erbschein richten sich nach der behördlichen Kostenordnung. Außerdem ist der Wert des Nachlasses von entscheidender Bedeutung. Je höher der Wert des Erbes ist, desto teurer sind auch die Gebühren. Es muss in der Regel mit Kosten von mindestens 35,- Euro gerechnet werden, bei entsprechendem Umfang des Erbes können auch mehrere hundert Euro anfallen.

Tipp: Da das Abweisen eines Antrags durch das Nachlassgericht aufgrund eines falsch gestellten Antrags kostspielig sein kann, sollten die Antragsdetails vor der Antragstellung bei dem Nachlassgericht erfragt werden oder anwaltliche Beratung eingeholt werden.

 

Schritt 8: Verträge kündigen oder abmelden

Viele Verträge enden nicht automatisch mit dem Todesfall, sondern müssen separat gekündigt werden. Angehörige müssen sich deshalb einen Überblick verschaffen, welche Verträge der Verstorbene abgeschlossen hat, und diese kündigen, wie Mobilfunkverträge, Telefonverträge, Internetverträge, Vereinsmitgliedschaften, wie die des ADAC oder des VdK, und etwaige vorhandene Abos.

Für Mietverträge sieht § 580 BGB ein Sonderkündigungsrecht vor. Eintrittsberechtigte, wie der im Haushalt lebende Ehepartner, der Lebenspartner und/oder die Kinder, andere Verwandte oder verschwägerte Angehörige sowie die Erben können den Vertrag ggf. übernehmen. Wollen Angehörige in die Wohnung des Verstorbenen einziehen, können sie unter Umständen in den Mietvertrag eintreten. Die Verträge für Energie, Wasser und Telefon müssen nicht gekündigt werden, sondern können dann umgemeldet werden.

Bei der Bank ist eine Kündigung des Girokontos im Todesfall zumeist nicht notwendig, denn es wandelt sich im Todesfall automatisch in ein sogenanntes Nachlasskonto um. Achtung: Alle Lastschriftaufträge sowie vor dem Tod angewiesenen Überweisungen werden weiter ausgeführt. Das Konto bleibt von der Bank im Übrigen nur so lange gesperrt, bis die Abwicklung des Erbes vollzogen ist. Mit einem Erbschein oder einer über den Tod gültigen Vorsorgevollmacht besteht weiter die Möglichkeit über das Konto zu verfügen und es aufzulösen. Die Kündigung des Internet- und Telefonanschlusses ist gesetzlich nur zum Ende der Vertragslaufzeit möglich. Der Vertrag und die damit verbundenen Kosten gehen somit auf den Erben über.

Tipp: Vergessen Sie nicht die Abmeldung bei der GEZ!

 

Schritt 9: Antrag auf Hinterbliebenenrente stellen

Wenn der Verstorbene eine Rente bezogen hat, müssen Sie diese abmelden. Dafür wird die Sterbeurkunde benötigt. In den ersten drei Monaten, dem sogenannten Sterbevierteljahr, erhalten Sie dann die Rente Ihres verstorbenen Ehepartners in Höhe von dessen Altersrente. Bei bestimmten Hinterbliebenen, wie Ehepartner und Kinder gibt es die Möglichkeit eine Hinterbliebenen- oder Waisenrente zu beantragen. Geschiedene, die ein minderjähriges Kind erziehen, können beim Tod des Ex-Partners eine Erziehungsrente erhalten.

Wer als Witwe oder Witwer wieder heiratet oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingeht, muss zwar in Kauf nehmen, dass die Rente dann wegfällt, bekommt dann aber unter Umständen als „Startkapital“ eine Rentenabfindung. Lassen Sie sich hier auf jeden Fall beraten von einem Rentenberater oder einem hierauf spezialisierten Rechtsanwalt wie Christopher Richter.

Achtung: Haben Sie sich für Rentenspliting entschieden, schließt dies die Hinterbliebenenrente aus. Dies lohnt sich also nur in bestimmten Konstellationen.

 

Schritt 10: Überlegung der Ausschlagung des Erbes

Nach dem Tod des Verstorbenen sollten Sie sich als potentieller Erbe unbedingt so schnell wie möglich einen genauen Überblick über dessen Vermögensverhältnisse machen, also dessen Konten überprüfen, bei Banken Erkundigungen einholen und den Schriftverkehr des Verstorbenen auf offenen Rechnungen sichten. Wenn sich abzeichnet, dass der Verstorbene mehr Schulden als Vermögen hinterlassen hat, kann es nämlich besser sein die Erbschaft auszuschlagen.

Ehegatten können die Erbschaft übrigens ausschlagen ohne ihren Anspruch auf den Pflichtteil zu verlieren. Für den überlebenden Ehegatten ist es manchmal günstiger die Erbschaft auszuschlagen und neben dem Pflichtteil den Ausgleich des Zugewinns zu verlangen. Wenn Sie sich trotz aller Bemühungen keinen Überblick über den Nachlass verschaffen können, empfiehlt sich für die Erben über eine Nachlassverwaltung nachzudenken. Für die Ausschlagung haben Sie in der Regel sechs Wochen Zeit nach Kenntnis Ihrer Erbschaft, also bei Vorhandensein eines Testaments etwa bei dessen Verkündung.

 

Schritt 11: Regelung des digitalen Erbes

Das sogenannte digitale Erbe des Verstorben zu regeln, wird als neueres Phänomen immer wichtiger, weil ein immer größerer Teil des Lebens heute im Internet stattfindet. Wer noch zu Lebzeiten sichergehen will, dass seine Daten nach dem Tod nicht in falsche Hände geraten, der sollte seinen digitalen Nachlass im Testament oder auch in der Vorsorgevollmacht also schriftlich regeln.

Hierzu bietet die VorsorgePlattform24.de ein interessantes Tool an. Darüber können Mitglieder eine Übersicht über ihr digitales Erbe erstellen, eine Vertrauensperson benennen, die sich um den Nachlass kümmert und den Ort hinterlegen, an dem sich die Zugangsdaten für Onlineprofile und Konten befinden sowie festlegen, ob die Online-Daten gelöscht oder deaktiviert werden sollen.

Das ist wichtig, denn Verstorbene hinterlassen heutzutage jede Menge Daten bei Kommunikationsdiensten, wie WhatsApp, Snapchat, Instagram, Twitter, Facebook und bei verschiedenen bei E-Mail-Anbietern. Sie haben auch oft noch Konten und Vermögenswerte bei Online-Banken und Bezahldiensten, wie Paypal. Es werden auch oft noch zahlreiche aktive Kundenkonten bei Online-Shops, wie Amazon oder Ebay existieren, möglicherweise nahm der Verstorbene zuletzt an Sharing-Systemen teil, hat noch Abos für E-Books und Online-Zeitschriften oder große Sammlungen an Musik- und Filmdateien in seiner Cloud oder bei Streaming-Diensten, wie Netflix, liegen. Auch kann noch wertvolle Software oder freie Kapazitäten an Speicherplatz unbemerkt in der sogenanten Cloud liegen.

Mit einer über die VorsorgePlattform24.de zu erstellende Gedenkseite kann hingegen bereits schon zu Lebzeiten dafür vorgesorgt werden, dass Mitglieder der VorsorgePlattform24.de nach dem Tod so in Erinnerung bleiben, wie Sie das zu Lebzeiten geplant haben.

Bei Facebook heißt diese Funktion Nachlasskontakt. Hier kann zwischen einem Gedenkzustand oder einer vollständigen Löschung des Kontos gewählt werden.

Auf dieser Plattform


Für angemeldete Benutzer:

  • Informationen für den Bestattungs-Manager
  • Postmortale Abläufe für meinen digitalen Nachlass einstellen
  • Meldung eines Verstorbenen bestätigen
  • Vertrauenspersonen festlegen
  • Gedenkseite anlegen

Linktipps


Buchtipps

  • Roland Kachler Meine Trauer wird dich finden!: Ein neuer Ansatz in der Trauerarbeit Kreuz-Verlag, April 2012
  • Petra Rechenberg-Winter, Esther Fischinger Kursbuch systemische Trauerbegleitung mit Audio CD Vandenhoeck & Ruprecht, März 2010
  • Günter Mayer Richtig handeln im Trauerfall Walhalla Fachverlag, April 2011
  • Petra Anvari, John von Düffel: Geschichten vom Sterben; Piper-Verlag

 


erstellt von CR

geändert am 01.06.2017

© Thanato GmbH

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